Katzen & Kaffee: zu Besuch im Café Schnurrke

Man muss erst durch eine Schleuse, aber dann steht man mittendrin: im ersten Katzencafé in Nordrhein-Westfalen. 01 Cafe Schnurrke klDas Café hat vor ein paar Wochen neu eröffnet und ist seit dem präsent in den Medien. Entdeckt habe ich es jedoch selbst und nur zufällig während eines langen Spaziergangs vor zwei Wochen. Damals war das Café relativ leer. Heute finden wir kaum noch einen Tisch für zwei. Ich stelle fest: der Medienzirkus ist noch in vollem Gange: ein Radioteam des WDR rödelt durch sämtliche Räume des Cafés. Interessiert schaue ich ihrer Arbeit – die hauptsächlich aus dem Aufnehmen von Geräuschen besteht – zu und gebe sogar ein kurzes Interview.

Trotz des Rummels machen meine Begleitung, die vier im Café lebenden Katzen und ich es uns gemütlich. Aus dem herum liegenden Flyer erfahren wir alle vier Katzennamen und das Alter jeder Katze, und dass sie alle aus Spanien kommen. Ich gehe aufs Klo und als ich es verlassen möchte, huscht auch schon Tiga durch die Tür. Alle Versuche sie zur Rückkehr in den Gastraum zu bewegen scheitern. Notgedrungen lasse ich die Tür offen. Ein Glück, denn im Anschluss spielen sich wirklich lustige Szenen zwischen Tiga und Gino im Toilettenvorraum ab! 02 Cafe Schnurrke klDie Katzen sind tiefenentspannt, aber auch neugierig. Sie springen von einem Tisch zum nächsten, einmal quer durch das Café. Sie schnüffeln am Mittagessen der Gäste, die aufgrund des herrschenden Futterverbots die Teller vor ihnen wegziehen. 04 Cafe Schnurrke klWahrscheinlich würden sie auch ihre feuchten Nasen in die herum stehenden Saftgläser tauchen, aber Kaltgetränke werden in weiser Voraussicht im geschlossenen Marmeladenglas, in dem ein Strohhalm steckt, serviert. Die Katzen sind laufen über die eigens für sie gebauten Holzregale oder räkeln sich auf den Katzenbäumen. 07 Cafe Schnurrke klGelegenheit die Katzen zu streicheln und ihnen näher zu kommen gibt es also genug. Ich bin darüber sehr glücklich, da ich als Vogelbesitzerin und Gattin eines Katzenallergikers wohl eher nicht so schnell in den Genuss einer kätzischen Person in einem Leben kommen werde.

Zwischenzeitlich ist der größte Tisch des Cafés, direkt am Fenster, frei und wir ziehen um. Wir trinken in der vom Café durch hohe Scheiben abgetrennte Küche zubereitete starke Kaffeezubereitungen von Justus Meinl und stellen fest: es ist wirklich schön hier. Aber mittlerweile auch ziemlich voll. Ich würde ja auch etwas essen, aber keine der Speisen (Auberginenburger, Rüblikuchen, Schokokuchen) ist glutenfrei. Das Team vom WDR beendet seine Reportage und fängt an sein Equipment zusammen zu packen. Da kommt auch schon eine Dame von Sat.1 NRW Regional mit Kamera durch die Schleuse. Meine Vorlieben werden bestätigt: Radio ist toll, Fernsehen eher nicht so. Ich finde das Licht im Café super, meine Bilder werden wirklich schön. Für Fernsehkameras gelten wohl andere Belichtungsregeln, und man filmt mit blendendem Licht. Ich will eigentlich will ich nicht ins Fernsehen, aber verstecken ist nicht. Auch die vier Samtpfoten des Cafés sind offenbar nicht in Papparazzi-Laune und machen ein Nickerchen. 03 Cafe Schnurrke klDie Cafébesitzerin, eine Mit-Dreißigerin die früher für einen großen Versicherungskonzern gearbeitet hat, und irgendwann fest stellte, dass ein Café zu besitzen genau das ist was sie machen möchte, gibt ein Interview. Sie sitzt im einzig freien Tisch mitten im Raum, also hören wir alles mit. Eine Frau, die am Ebertplatz arbeitet und gerade Mittagspause hat, kommt zur Tür herein. Typisch Kölsch setzt sie sich zu uns an den Tisch und steigt direkt in unser Gespräch ein. Es werden Katzengeschichten erzählt, Katzenbilder gezeigt, Tipps von Katzenmama zu Katzenmama geteilt. Ich bestelle einen Tee aus frischer Pfefferminz. 06 Cafe Schnurrke klGrün vor Neid blicken wir auf eine Frau. Seit einer Viertelstunde macht Katze Emma auf ihr den Milchtritt. Als wären wir nicht schon neidisch genug, schläft Emma im Anschluss auf ihrem Bauch ein.

Es ist Zeit für ein Mittagessen, wir bezahlen. Die Frau vom Ebertplatz geht mit uns. „Vielleicht sieht man sich ja wieder“, sagt sie hinter der Schleuse. Wir winken ihr noch zu, und meine Begleitung zündet sich eine Zigarette an. Ich werfe noch einen letzten Blick hinter die gläserne Ladenwand und denke „davon gehe ich aus“. 05 Cafe Schnurrke kl

PS: Ich bin natürlich im Fernsehen gelandet. Neugierige finden den Beitrag hier.  Klar, dass Sat.1 das super dramatische und skandalöse Hygienethema aufgreifen musste. Lasst Euch von mir, Adrianna Monk, sagen: im Café Schnurrke ist es einwandfrei sauber und adrett! Katzenhaare findet man dort nur an Katzen.

Café Schnurrke
Ritterstrasse 27
50668 Köln
http://cafeschnurrke.de/
Öffnungszeiten: Dienstags bis Sonntags von elf bis zwanzig Uhr, Montags Ruhetag.

Mari

About Mari

Salut! Ich bin Mari und wohne nebst Mann und Vogel in Köln. Ich blogge bei Foodgasm über meine Erfahrungen im vegetarischen, glutenfreien Alltag. Ihr findet mich auch auf meinem eigenen, englischsprachigen Blog Gourmari - Vegetarian & Gluten-free. Dort veröffentliche ich viele praktische Tipps zum Leben mit Zöliakie und (z.T. auch vegane) Rezepte, die ich in meiner (leider) winzigen Küche kreiere.

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