Patisserie- und Schokoladentour durch Paris

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Andere Stadt, gleiche Idee. Weil es uns in New York schon so viel Spaß gemacht hat, mal eine etwas andere Stadtführung mitzumachen, haben wir das gleiche auch für Paris gebucht. Nach einer kurze Google-Recherche haben wir uns einfach für die am meisten und besten bewertete Tour entschieden und via viatorcom.de gebucht. Preisrahmen war diesmal hoch mit 90 EUR p.P., die Erwartungen und Vorfreude aber auch. :)

Eigentlich hatten wir die englischsprachige Tour gebucht und erst dann fiel uns auf, dass es diese auch mit deutschsprachigem Guide gibt. Umbuchen war kein Problem, und somit hatten wir unsere „Verabredung“ mit dem Tour-Guide an einem Montag um 14.30 Uhr. Treffpunkt war ein Stück östlich der Metro-Station Sèvres-Babylone, direkt vor dem „La Maison du Chocolat„. Als wir dort auf unseren Guide trafen werden wir mit Vornamen begrüßt, außer uns ist niemand da und da es sofort los geht wird es wohl eine „private“ Tour – toll!

Roberto erklärt uns mit einigen Bildern auf seinem iPhone wie Kakao in Haiti angebaut und verarbeitet wird und dann gehen wir auch schon ins erste Geschäft, eine Filiale von La Maison du Chocolat. Dies ist die erste Chocolaterie überhaupt die wir in Paris betreten und man ist schon ein wenig überwältigt von den Theken, vom Duft (der ganze Laden riecht schokoladig) und von der Auswahl. Wir erfahren hier (wie in den anderen Geschäften auch) sofort eine Menge an Informationen über den Laden, seine Geschichte, Roberto kann zu allem etwas erzählen, wird überall freundlich begrüßt und sagt jedem „Bonjour“.

Und dann kommt der schwierige Part, jeder darf sich zwei Pralinen auswählen und probieren, jede einzelne der ungefähr 30 Sorten wird kurz übersetzt und dann muss man sich auch schon entscheiden – eine fast unlösbare Aufgabe. Wir entscheiden uns trotzdem irgendwie und zwar für Kaffee-Mokka, 100% Cacao, Limone und Framboise. Alles unheimlich lecker. Neben uns lässt sich die japanische Tour noch ein paar Boxen packen wir gehen jedoch weiter zum nächsten Stopp.

Vorher aber dürfen wir (nachdem Roberto bei der Security vor dem Geschäft lieb gefragt hat) noch einen Blick ins Luxus-Geschäft Hermès gleich nebenan werfen und dann gehen wir nur kurz um die Ecke und stehen vor der Boulangerie Poilâne. Eine sehr niedliches kleines Geschäft mit schlichter Holzeinrichtung ohne großen Schnick-Schnack.

Und genauso sind auch ihre Produkte, „einfache“ Produkte wie Brote, Baguette und Apfeltaschen die aber für sich unglaublich gut gemacht sind. Wir probieren Butterkekse und bekommen eine kleine Tüte vom Roggen-Rosinenbrot (dazu passte sehr gut Ziegenkäse). Und weil sie so lecker aussehen, nehmen wir noch zwei verschiedene Apfeltaschen mit (offen, mit Apfelstücken und geschlossen, mit einem Apfelkompott).

Weiter geht es, das heißt wir müssen wieder nur kurz laufen und sind in dem kleinen Laden von Jean-Charles Rochoux. Der Chef selber steht hinter der Theke, kurzer Plausch mit Roberto und dann bekommen wir ein kleines Schächtelchen mit kleinen, frischen Trüffeln. Zwei probieren wir sofort, der Rest wandert zu den anderen Sachen in den Rucksack.

Einmal um die Ecke und wir bleiben bei Patrick Roger stehen, einem jungen kreativen Pariser Chocolatier der neben hervorragenden Pralinen auch Kunst macht – mit oder ohne Schokolade. Es sieht ganz anders aus als im La Maison Du Chocolat oder bei Jean-Charles Rochoux, es ist sehr modern eingerichtet und die Pralinen sind wie Schmuckstücke bei einem Juwelier präsentiert. Daneben steht expressionistische Kunst im Laden – vom Chef selber aus Schokolade geschnitzt.

Nachdem uns wieder die schier endlose Reihe an Pralinen einzeln vorgestellt wird, müssen wir uns wieder für vier Stück entschieden. Diese kommen aber diesmal in ein Tütchen und packen sie zusammen mit einem kleinen Pralinenkatalog in den Rucksack.

 

Wir schlendern weiter durchs Viertel und Roberto erzählt uns etwas zu fast jedem Geschäft an dem wir vorbeikommen („hier gibt es die besten Kinderbücher, hier kaufe ich Hemden für mich oder für Freunde, aber nur im Angebot, sonst sind die zu teuer, hier kann man ein ganz tolles Steak preiswert essen…“). Wir schauen dann noch in eine zweite Filiale von Patrick Roger herein, dort gibt es nämlich im Obergeschoss andere Kunst vom Chef zu besichtigen. Unten im Laden dürfen wir noch zwei unglaublich leckere Halbkugel-Pralinen mit einer Yuzu-Ganache probieren.

Nächster Halt ist die Patisserie Gérad Mulot. Das Geschäft ist im Vergleich zu den anderen riesig, es gibt lange Theken voller Pralinen, Macarons, Tartes und Tartelettes, Brot, Quiches und eine Unmenge verschiedenster Teilchen (Viennoiseries). Wir probieren hier zwei Macarons.

 

Der nächste Stopp ist etwas versteckt in einer kleinen Gasse in zweiter Reihe die wir so sicherlich niemals gesehen hätten. Dort ist die Patisserie Un Dimanche Á Paris die mehrfach für ihre Tartlettes ausgezeichnet worden sind.

Diese dürfen wir dort auch probieren und entscheiden uns für „Paris Brest“ und „Le Croustillant au Grué de Cacao“. Zwei ganz tolle Törtchen, für die übrigens im Café 10 EUR pro Stück verlangt werden – „auf die Faust“ (Pappteller und Plastikgabel) sind es ca. 5-6 EUR.

Wir schauen noch in einige tolle versteckte Hinterhöfe und besuchen die Patisserie Henri Le Roux. Dort probieren wir seine Spezialität  – Karamellbonbons verschiedenster Sorten. Wir entscheiden uns für zwei Bonbons „Citron-Verte“ und genießen diese während wir auch schon zu unserem letzten Stopp gehen.

Als Abschluss erreichen wir keine Patisserie und keine Chocolaterie, nein wir besuchen ein Teegeschäft, das Maison de Thé Lupicia. Ein relativ neues Geschäft einer aus Japan kommenden Firma die es schon seit 20 Jahren gibt und auch in mehreren Ländern Filialen hat. Wir kennen das noch nicht und sind ganz fasziniert vom Laden, der Präsentation der Tees und des Tees an sich. Direkt vom Eingang aus gibt es in einer langen Theke alle Tees in kleinen Dosen zum probieren – mit der Nase. Beim Betreten wurde uns bereits eine kleine Portion Tee zum probieren angeboten, auf Nachfrage bekommt man sogar jede beliebige Sorte frisch aufgebrüht.

Die Tees haben alle ganz tolle und ausgeprägte Aromen, wir nehmen diesmal nichts mit, finden das am nächsten Tag eine dumme Idee und kommen deshalb ein paar Tage später extra nochmal hierher um eine kleine Auswahl mit in den Koffer zu packen.

Knapp drei Stunden sind jetzt um, wir haben unheimlich viele leckere Dinge der Patisserie und Chocolatiere von Paris probieren können und haben nebenbei eine Menge über das Viertel erfahren durch das wir gewandert sind. Ein toller Nachmittag in Paris, den wir allen Besuchern dieser Stadt ausdrücklich empfehlen können.

Unser Rundgang mit allen Stationen bei Google Maps: https://goo.gl/maps/SE6ugbS4mYm

DocSnyder

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Codemonkey im wärmsten Zipfel der Republik, Musik- und Filmenthusiast, Törtchenliebhaber.

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