Platz nehmen am Familientisch – der Übergang vom Brei zum Essen für alle

Irgendwann fangen Babys an, mehr als nur Milch zu sich zu nehmen. Zu diesem Thema gibt es zahlreiche Kurse, Internetseiten, Bücher oder Broschüren von der Kinderärztin. Eine Möglichkeit, diesen Übergang zu gestalten, ist beispielsweise das Baby-led Weaning. Wer seinem Kind nach dieser Methode feste Nahrung nähergebracht hat, braucht an dieser Stelle nicht unbedingt weiterzulesen. Üblich ist aber auch nach wie vor die Beikost bzw. Übergangskost „Brei“. Mein Kind zum Beispiel mochte Brei von Anfang an ganz gerne. Der Weg vom Stillen zu anderer Nahrung hat mir insoweit kein Kopfzerbrechen bereitet. Selbstgekochte Pastinake-Kartoffel, und das Kind war zufrieden. Bei der Frage, wie ich mein Kind dazu bewegen kann, festere Nahrung zu sich zu nehmen, war ich allerdings erst mal ratlos. Mein Nachwuchs hatte nämlich zwar schon früh den Drang, selbst mit dem Löffel zu essen, aber eben nur Brei – er zeigte keine allzu große Lust daran, einzelne Nahrungsmittel zu erforschen, sie etwa in die Hand zu nehmen und daran zu knabbern (das Kind steht bis heute auf Eintöpfe). Doch auch dieser Übergang ist gelungen, und ich dachte, ich teile hier einfach mal ein paar Rezepte, die bei meinem Kind gut ankamen.

Auch zum Thema Übergang vom Brei zur Familienkost gibt es freilich verschiedene interessante Literatur, schaut euch einfach mal um. Ich persönlich fand das Buch „Babyernährung gesund & richtig“ von Gabi Eugster hilfreich, aus dem ich auch einige Rezepte abgewandelt übernommen habe.

Spätestens, seit das Kind zur Tagesmutter geht, hat es eine größere Bandbreite an Gerichten kennengelernt, als die, die hier aufgeschrieben ist. Wie viele andere Eltern stellten wir fest, dass es wundersamer Weise bei den Mahlzeiten mit den anderen Kindern plötzlich Lebensmittel mochte, die es zu Hause verschmähte (z.B. Ei), dafür anderes bei der Tagesmutter ablehnte, das zu Hause gerne gegessen wurde (z.B. Gurke). Es gab auch Gerichte, die das Kind weder zu Hause noch bei der Tagesmutter essen mochte, dafür aber bei Oma (z.B. Buletten). Die Vorlieben und Abneigungen werden sich wohl noch eine ganze Weile lang immer wieder ändern. Zurzeit steht Lasagne hoch im Kurs …

Grundsätzlich gilt: Fängt man mit der Einführung der Familienkost an, wenn das Kind noch jünger als ein Jahr ist, sind einige Lebensmittel tabu. Dazu gehören: Quark (zu eiweißhaltig), Rohmilch und rohe Eier (möglicherweise mit Krankheitserregern belastet), Honig (kann Botulismus verursachen), Hülsenfrüchte (verträgt der Darm noch nicht), zu viel Salz (belastet die Nieren zu stark), scharfe Gewürze (zu intensiv für das Geschmacksempfinden eines Babys). Mit Zwiebeln und Knoblauch sollte man vorsichtig sein, wenn das Kind zu Blähungen neigt. Andere Lebensmittel wie etwa Blattsalat sind zu vermeiden, weil Babys sie schlicht noch nicht ausreichend kauen können. Ob ihr auch kaltgepresste Öle meiden möchtet, müsst ihr selbst beurteilen.

Mit Salz sollte man auch bei Kleinkindern noch sparsam umgehen. Die Erwachsenen können ihr Essen ja nachwürzen, wenn sie möchten. Gleiches gilt für Zucker – selbst die Prise Zucker als Gewürz für die Tomatensoße habe ich anfangs weggelassen. Doch inzwischen klappt das Zähneputzen ganz gut, also finde ich ein bisschen Zucker okay. Eier müssen auch für Kleinkinder durchgegart werden, ebenso wie Fleisch und Fisch, versteht sich.

Mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt sollte man sich beraten, wenn man ein allergiegefährdetes Kind hat, etwa weil ein Elternteil oder beide eine Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit haben. Dann kann es sein, dass man weitere Lebensmittel zunächst vermeiden sollte. Mein Kind beispielsweise muss als allergiegefährdet eingestuft werden, allerdings nicht in Bezug auf Nahrungsmittel. Deshalb hat es schon mit dem Brei zum Beispiel auch (durcherhitzte) Kuhmilch und Fisch bekommen.

1. Nudelsoßen

Nudeln gehen eigentlich immer. Mein Kind könnte ich theoretisch mit Vollkornnudeln, Tomaten(-Hackfleisch-)Soße, Käse und Gurkensalat großziehen. Zwischendurch vielleicht noch ein Apfel oder ein Marmeladenbrot.

Für alle Soßen-Rezepte gilt: Die Zutaten werden gar gedünstet, dann püriert und mit in Salzwasser gekochten Vollkornnudeln (Trockengewicht: 200-250 g) vermengt. Nach Geschmack noch 50 g geriebenen Käse untermischen. Sobald das Kind richtig kauen kann, können die Nudelsoßen auch „stückiger“ sein (sofern sie gerne so gegessen werden).

Brühe als Soßen-Grundlage kann man natürlich selbst kochen. Weil mir dazu aber oft die Zeit fehlt, verwende ich eine gekörnte Brühe in Bio-Qualität, glutamat- und hefefrei, die nicht nur aus Salz und Stärke besteht, in niedriger Dosierung.

Grundzutaten für alle Nudelsoßen-Rezepte:

  • 1 EL Olivenöl,
  • 1 kleine Zwiebel oder ¼ Stange Porree,
  • 1 Knoblauchzehe oder 1 Prise granulierten Knoblauch,
  • 1 Prise Salz,
  • 1 Prise Pfeffer

Zusätzliche Zutaten für Tomatensoße:

  • 400 g Tomaten
  • Kräuter (Basilikum, Oregano, Thymian, Rosmarin, Petersilie …)
  • evtl. 50-100 ml Sahne
  • evtl. 1 Prise Zucker

Zusätzliche Zutaten für grüne Soße:

  • 300 g Spinat
  • 50-100 ml Sahne

oder

  • 250 g anderes grünes Gemüse (z.B. Brokkoli)
  • 100 ml Wasser oder (schwache) Brühe
  • 50-100 ml Sahne

Zusätzliche Zutaten für helle Gemüsesoße:

  • 250 g gemischtes weißes oder gelbes Gemüse (Karotten, Blumenkohl, Fenchel, Kohlrabi …)
  • 100 ml Wasser oder (schwache) Brühe
  • 50-100 ml Sahne

2. Salat

Bei uns ist es üblich, ein Nudelgericht mit einem Salat zu ergänzen. Blattsalate eignen sich für Babys und Kleinkinder weniger. Empfehlenswerter sind Tomaten, Gurken und Paprika. Manche Kinder essen auch gerne Oliven. Mit dem Dressing ist es so eine Sache … ohne Salz und Zucker schmeckte es mir absolut nicht. Ich habe also gewartet, bis das Kind über 18 Monate alt war, bis ich ihm Salat mit Dressing angeboten habe. Vorher hat es Gurke und Paprika pur geknabbert (tut das immer noch gerne).

Wir essen den Salat meistens mit einer ganz normalen Essig-Öl-Vinaigrette (1 EL Essig, 1 TL Senf, je eine Prise Salz, Pfeffer und Zucker, 3 EL Öl, ggf. Kräuter). Das kommt beim Kind gut an.

Als Mahlzeit für sich kann man den Salat, wenn das Kind das mag und schon etwas mehr Salz verträgt, mit Käsewürfeln (z.B. Hirtenkäse oder Mozzarella) ergänzen und Brot dazu servieren.

3. Reiseintopf

Hiervon koche ich regelmäßig verschiedene Varianten, weil mein Kind Reiseintopf liebt. Ich verwende zu zwei Teilen weißen Reis (auch Risotto-Reis oder Milchreis) und zu einem Teil ungeschälten Reis. Damit der ungeschälte Reis so weich wird, dass das Kind ihn ohne Probleme essen kann, braucht es zum Garen ein wenig mehr Flüssigkeit.

Grundsätzlich dünste ich den Reis zuerst in Öl an, eventuell mit Curry-Pulver zusammen. Dann gebe ich unter Rühren nach und nach die Flüssigkeit dazu. Wenn mir die Zeit dazu fehlt, so lange am Herd zu stehen, lasse ich den Reis aber auch einfach mit der gesamten Flüssigkeit bei geringer Hitze quellen (ca. 30 min).

Variante 1: Gemüserisotto

  • 1 EL Olivenöl
  • 1 kleine Zwiebel oder ¼ Stange Porree
  • 400-500 g Gemüse, geraspelt bzw. in kleine Röschen/Würfel geschnitten (Karotten, Blumenkohl, Brokkoli, Fenchel, Zucchini, Paprika …)
  • 1,5 Tassen Reis
  • 750 ml (schwache) Brühe
  • 50 g geriebener italienischer Hartkäse
  • ggf. frische Kräuter

Reis und Gemüse in Öl andünsten, dann die Flüssigkeit nach und nach unter Rühren zugeben, bis sie vollständig aufgesogen ist. Anschließend den Käse und ggf. die Kräuter untermischen.

Variante 2: Hühnchen-Reis-Curry

  • 2 EL Erdnussöl
  • 200 g Hühnchen, in Kleinkind-mundgerechte Stücke geschnitten (alternativ Putenfleisch)
  • 1 kleine Zwiebel oder ¼ Stange Porree
  • 1 Knoblauchzehe oder 1 Prise granulierten Knoblauch
  • milde Currymischung (möglichst ohne Salz)
  • 1 rote oder gelbe Paprika
  • 1 Tasse Reis
  • ½ l (schwache) Brühe
  • 200-250 ml Kokosmilch
  • 1 Prise Paprika edelsüß
  • 1 Prise Paprika rosenscharf

Fleischstücke in Öl anbraten. 2 TL Currymischung darüber stäuben und kurz anrösten. Hitze reduzieren und Zwiebel- sowie Knoblauch- und Paprikawürfel kurz mitdünsten. Reis hinzugeben und ebenfalls andünsten. Die Flüssigkeit zugeben und alles garen. Mit Paprika abschmecken.

Variante 3: Reiseintopf mit Fisch

  • 1 EL Olivenöl
  • 1 kleine Zwiebel oder ¼ Stange Porree
  • 200 g Gemüse, geraspelt bzw. in kleine Röschen/Würfel geschnitten (Karotten, Blumenkohl, Brokkoli, Fenchel, Zucchini, Paprika …)
  • 1 Tasse Reis
  • ½ l (schwache) Brühe
  • 200-250 ml Kokosmilch
  • 200 g Fischfilet
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer

Reis und Gemüse in Öl andünsten, dann die Flüssigkeit zugeben und alles garen. Das Fischfilet in Kleinkind-mundgerechte Stücke schneiden. Am Ende der Garzeit zum Reis geben und kurz ziehen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Welchen Fisch man nimmt, hängt davon ab, was das Kind gerne isst. Mein Kind mochte gerne Lachs in seinem Brei, sortierte aber Lachsstückchen aus dem Reiseintopf aus. Mit Seelachs konnte ich auch nicht punkten (sogar bei Fischstäbchen verlangt das Kind lautstark nach der Panade, aber den Fisch verschmäht es). Sind aber Kabeljau oder Wildlachs im Eintopf, wird alles weggeputzt.

4. Maisauflauf

  • 200 g Maisgrieß (Polenta)
  • 500 ml (schwache) Brühe
  • 1 EL Butter
  • 1 kleine Zwiebel oder ¼ Stange Porree
  • 400-500 g Gemüse, in kleine Röschen/Würfel geschnitten (Tomaten, Paprika, Zucchini, Karotten …)
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer
  • Thymian
  • 150 ml Saure Sahne, Schmand oder Crème fraîche
  • 50 g geriebener Käse
  • Öl für die Form

Gemüse schälen, putzen, waschen und würfeln. In 1 EL Olivenöl zunächst die Zwiebeln, dann das übrige Gemüse mit 1 Prise Salz andünsten, zum Schluss die Tomaten zugeben und mit Thymian und Pfeffer würzen. Wenn die Tomaten leicht zerfallen sind, das Gemüse in eine gefettete Auflaufform geben. Den Topf, in dem das Gemüse vorgegart wurde, kann man für den Maisgrieß wiederverwenden. Zunächst die Brühe zum Kochen bringen, dann den Maisgrieß einrieseln lassen und gut umrühren. Der Maisgrieß soll nicht lange quellen. Vom Herd nehmen und die Butter untermischen. Über dem Gemüse verteilen und glattstreichen. Bei 200° C (Ober-/Unterhitze) bzw. 180° C (Umluft) 30 min backen. Rahm und geriebenen Käse vermengen, über den Auflauf streichen, noch 10 min backen. Dann hat der Auflauf noch eine ziemlich breiige Konsistenz – mein Kind isst ihn so lieber. Wer es etwas fester mag, lässt den Auflauf noch weitere 15 min im abgeschalteten Ofen quellen.

5. Gemüse-Eintopf mit Fleischbällchen

  • 5 mittelgroße Kartoffeln
  • 5 kleine bis mittelgroße Möhren
  • 2 Tassen grüne Erbsen (TK)
  • 2 EL Öl
  • 2 EL (Vollkorn-)Mehl
  • 500 ml (schwache) Brühe
  • 200 g Hackfleisch
  • 1 Handvoll gehackte Petersilie

Kartoffeln und Möhren schälen und würfeln. In Öl andünsten. Mit Mehl bestäuben und unter Rühren mit der Brühe nach und nach ablöschen. Die Erbsen hinzugeben. Garköcheln lassen. Das Hackfleisch mit der Petersilie vermischen und daraus Kleinkind-mundgerechte Bällchen formen. Gegen Ende der Garzeit zum Gemüse geben und 5 min in der Flüssigkeit ziehen lassen.

6. Ofengemüse mit Quarkdipp für Kinder, die über ein Jahr alt sind und schon etwas mehr Salz vertragen

  • 1-1,5 kg Gemüse (zur Hälfte oder 2/3 Kartoffeln bzw. Süßkartoffeln, außerdem Tomaten, Karotten, Kürbis, Fenchel, Kohlrabi …)
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • Öl für die Form
  • 250 g Magerquark
  • Schlagsahne oder Vollfett-Naturjoghurt
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer
  • frische Kräuter

Das Gemüse schälen, putzen und in Stifte oder Spalten schneiden. In eine eingefettete Auflaufform geben. Salzen und mit dem Olivenöl beträufeln. Gemüse noch einmal etwas durchmischen.

Wenn das Kind schon mitkochen möchte, eignet sich dieses Gericht dafür gut: Statt das Gemüse mit dem Olivenöl zu beträufeln, kann das Kind das Gemüse mit dem Öl einpinseln.

Bei 200° (Ober-/Unterhitze) 30 min backen, dann mit einer Gabel testen, ob das Gemüse weich ist. Die Garzeit eventuell verlängern.

In der Zwischenzeit den Quarkdipp zubereiten: 250 g Magerquark mit 2-3 EL Sahne oder Joghurt glattrühren. Jeweils mit einer Prise Salz und Pfeffer sowie fein gehackten Kräutern (z.B. Petersilie oder Schnittlauch) abschmecken.

Und jetzt noch was Süßes …

7. Bananen-Pancakes

  • 4 Eier
  • 3 Bananen
  • 3 EL (Vollkorn-)Mehl
  • 6 EL Haferflocken
  • Fett zum Ausbacken (z.B. Butterschmalz)

Bananen gründlich zerdrücken bzw. pürieren und mit den übrigen Zutaten zu einem Teig verrühren. In einer Pfanne in EL-großen Portionen ausbacken.

Mit Obstmus (möglichst ohne Zuckerzusatz) und Vollfett-Naturjoghurt servieren.

8. Eierkuchen aus dem Ofen

  • 2 große Äpfel
  • 1 EL weiche Butter
  • 1 Prise Salz
  • evtl. 1 Pk. Vanillezucker
  • evtl. 1 Prise Zimt
  • 2 Eier
  • 100 g Vollkornmehl
  • 100 g weißes Mehl
  • 400 ml Vollmilch
  • evtl. etwas Puderzucker (für den Erwachsenengeschmack)

Ofen auf 200° (Ober-/Unterhitze) vorheizen! Äpfel schälen und würfeln. Aus den übrigen Zutaten einen Eierkuchenteig bereiten und die Apfelstücke untermischen. Mischung in ein eingefettetes oder mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben (mit Backpapier ist es allerdings etwas schwieriger, den Eierkuchen später zu entnehmen). 25-30 min backen.

Die Äpfel können z.B. durch Beerenfrüchte ersetzt werden.

Suppenhanne

About Suppenhanne

Mittelalterliche Mischköstlerin mit einem Hang zum Hanswurstischen.

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