Veganes Jambalaya

herd

Als ich neulich für einige Gäste etwas Veganes kochen wollte, kramte ich wieder einmal mein Star Trek-Kochbuch heraus (ja genau, diesen charmanten und leider schlecht übersetzten Schmöker von Ethan Phillips alias Neelix, Koch und Moraloffizier der USS Voyager). Der reiche Fundus dieses Kochbuchs umfasst neben Gagh und Quadrotritikalbrot eine Reihe von Suppen und Eintöpfen. Solche Gerichte schätze ich sehr, und wenn man viele Münder satt zu machen hat, fällt die Entscheidung dafür noch leichter.

Weil ich klassische vulkanische Plomeeksuppe zu mager fand, blätterte ich im Abschnitt über den einzigen Koch unter den Star Trek-Captains, Benjamin Sisko. Er wurde von seinem Vater, einem Meister der Cajun-Küche, in die kulinarischen Geheimnisse von New Orleans eingeweiht. Was lachte mir aus den Seiten entgegen? Jambalaya! In einer vegetarischen Variante, die ich leicht in eine vegane verwandeln konnte. Üblicherweise schwimmen in diesem kreolischen Resteeintopf Huhn, Pute oder Fisch und Meeresfrüchte. Bei Neelix‘ Rezept – für die beiden Vegetarier Chakotay und Tuvok kreiert – musste ich nur die Butter durch Pflanzenöl ersetzen. Wenn ich richtig informiert bin, ist meine Variante nicht nur vegan, sondern auch glutenfrei.

Eine Hauptzutat des Star Trek-Jambalaya ist Paprika. Weil dieses Gemüse jedoch im Winter hier nicht wächst und nicht jeder Paprika verträgt, nahm ich statt dessen Karotte und Knollensellerie, die nach Auskunft meines „Vom Winde verweht“-Kochbuchs ebenfalls in der Südstaatenküche verwendet werden. (Ja, ich besitze tatsächlich gleich mehrere Kochbücher zu Fernsehserien, Filmen oder Literatur – alles Geschenke von lieben Menschen.) Man kann die Gemüseeinlage je nach Vorliebe und Jahreszeit weiter variieren, außer Paprika eignen sich auch Jalapeños, Auberginen, Staudensellerie, Kürbis, Pastinaken, grüne Bohnen oder Okra, falls man sie bekommen kann.

kochbuch

Veganes Jambalaya (für 2 Personen)

Eintopf:

  • Oliven- oder Maiskeimöl
  • 100-150 g Champignons
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1-2 Fleischtomaten oder 400-500 g Dosentomaten
  • 1/8 Knollensellerie
  • 1 Karotte
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • Salz
  • Rohrohrzucker
  • Cayenne- oder schwarzer Pfeffer

Die Champignons putzen, in Scheiben schneiden und in einem Topf mit einer Prise Salz in etwas Öl dünsten. Aus dem Topf nehmen und beiseite stellen. (Mit Paprika würde man ebenso verfahren.)

Zwiebel und Knoblauch sowie die Tomate(n) schälen und hacken. Karotte und Sellerie schälen und würfeln. Zwiebel in 2-3 EL Öl andünsten, dann Knoblauch, Sellerie und Karotten hinzufügen und mitdünsten. Die Tomatenstücke in den Topf geben, mit Salz, Zucker und Kreuzkümmel würzen. 30-40 Minuten im offenen Topf leicht köcheln lassen, dann die Champignons wieder hineingeben und das Jambalaya mit Pfeffer und eventuell Salz abschmecken.

Reis:

  • 1 Tasse Reis
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Wacholderbeere
  • Je 1 Prise Salz, Rohrohrzucker, schwarzer Pfeffer und Kümmel
  • Etwas getrockneter oder frischer Rosmarin oder je eine Prise gemahlener Koriander, Kardamom und Ingwer

Den Reis mit zwei Tassen Wasser und den Gewürzen zum Kochen bringen und dann bei niedriger Temperatur quellen lassen. Wenn das Wasser vollständig aufgenommen wurde, Lorbeerblatt und Wacholderbeere entfernen. Wenn man es würziger mag, kann man den Reis in einem Spritzer Öl mit Koriander, Kardamom und Ingwer kurz anrösten, bevor man das Wasser zugießt.

2-3 EL von der Soße unter den Reis mischen. Das Jambalaya auf dem Reis in Suppentellern anrichten.

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Als Beilage kann man zusätzlich gekochte, zerkleinerte und in Öl mit etwas Salz leicht braun gebratene Rote Bete über das Gericht geben. So macht es Captain Sisko.

(Fotos von NGO)

Suppenhanne

About Suppenhanne

Mittelalterliche Mischköstlerin mit einem Hang zum Hanswurstischen.

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