Vegetarisch und Glutenfrei: Völlerei im ECCO

Im Herzen der Kölner Südstadt, vom Chlodwigplatz aus gesehen links hinter der Severinstorburg, versteckt im Karthäuser Wall, findet man das ECCO. Für Auswärtige ist das ECCO nicht so leicht zu finden, und auch ich habe erst vergangenen April zum ersten Mal dort gegessen, obwohl ich bis dahin bereits vier Jahre nur ein paar Straßen weiter arbeitete. Als ich es dann entdeckt habe, war das ECCO für mich ein echter Glückstreffer, denn sie bieten eine tolle Auswahl an vollwertigen veganen und vegetarischen Gerichten an, von denen viele glutenfrei sind.

Das ECCO ist auch so ziemlich der einzige Ort in Köln in dem man glutenfrei brunchen kann. Leider muss man sich zum Brunchen anmelden und kann entweder von 10:00 bis 12:00 oder von 12:00 bis 14:00 bleiben. Ich finde dieses Arrangement unpraktisch und ungemütlich, abgesehen davon wohne ich am anderen Ende der Stadt. Um im ECCO zu frühstücken müsste ich also entweder viel zu früh aufstehen oder vorher ziemlich lange Zeit ziemlich hungrig sein. Daher frühstücke und brunche ich vorerst lieber zu Hause und hoffe, dass ich irgendwann wohnungsnah eine glutenfreie Frühstücksmöglichkeit finde.

Bis vergangenen Herbst gab es im ECCO eine wöchentlich wechselnde Mittagskarte zu moderaten Preisen, von denen immer ein Gericht sowohl glutenfrei und mindestens vegetarisch war. Bei einem der Besuche habe ich ein wirklich vorzügliches Kohlrabischnitzel auf Ragout gebettet auf Kartoffelpüree gegessen. Ein extrem schmackhaftes und gut gewürztes Gericht, welches seit dem auf meiner Nachkochliste steht. 07 ECCO kl

Also ob das Angebot auf der regulären Karte noch nicht fantastisch genug gewesen wäre, hat das ECCO im Herbst von Mittagstisch auf Brunch umgestellt. Der Deal ist einfach erklärt: man bleibt eine Stunde und isst so viel man möchte. Im Anschluss bezahlt man EUR 8,90 pro Person, plus Getränke. Wenn man länger bleiben möchte, ist das auch kein Problem. Man bezahlt 13,50 und bekommt dazu noch einen Orangensaft. 02 ECCO kl

Das Buffet ist ein glutenfreies, vegetarisches Schlaraffenland. Ich wüsste nicht, wo man sonst so etwas findet. Und zu diesem Preis! Es gibt Salate. In diversen Ausführungen von Blattsalat über Karotten- und Krautsalat bis hin zu einem pikanten Quinoasalat und Tomate-Mozzarella Salat. Es gibt: geröstetes Gemüse. Zum Beispiel Cherrytomaten, Zucchinischeiben oder Brokkoli. Es gibt tolle vegetarische Hauptgerichte. Diese sind immer lecker und vollwertig, wie Kichererbsencurry, Speisen mit Seitan (das pures Gluten, daher für mich das Verbotenste alles Verbotenen!) und Dinkel (auch nicht glutenfrei), Chilli sin Carne mit Tofu und andere, oft asiatisch angehauchte, Gerichte. Es gibt Kartoffeln in verschiedenen Variationen. Kartoffelgratin, Bratkartoffeln, Reibekuchen – im ECCO kann man alles essen. Es gibt auch Bratlinge, die ich noch nicht probiert habe. 05 ECCO klDarüber hinaus gibt es auch Nudeln, Spätzle, Hackbraten, Frikadellen. Im ECCO finden auch Omnivoren etwas zu essen. Nicht zu vergessen: typisches Brunchessen, also Rührei und Speck, Berge von Brot und Gebäck, sowie Nutella und Butter, sind auch vorhanden. Selbstverständlich gibt es auch Nachtisch. Neben Kuchen findet der interessierte Esser diverse andere Leckereien, wie Waffeln mit heißen Kirschen, Milchreis, Unmengen an hübsch anmutenden Puddingkreationen und Apfelbrei. Glutenfreie Kekse gibt es auch. Wir sollen ja nicht hungrig nach Hause gehen!03 ECCO kl

Es ist mir unmöglich im ECCO zu Gast zu sein und nicht der Völlerei zu frönen. Vergangene Woche konnte ich dies erneut feststellen. Zum Abschied haben mir meine ehemaligen Kollegen einen Gutschein für einen ECCO-Besuch geschenkt. Diesen habe ich gemeinsam mit meiner Mama und meinem Mann eingelöst. Mein Mann hat Nudelberge verschlungen, meine Mutter hat begeistert von allem etwas gegessen. 04 ECCO klIch konnte mich zwischen all den glutenfreien, vegetarischen Köstlichkeiten nicht entscheiden und bin mir sicher der Knall, den man hören konnte, als ich geplatzt bin, war in ganz Köln vernehmbar. 06 ECCO kl

Ins ECCO geht man jedoch nicht nur wegen dem Essen. Das Personal ist sehr aufmerksam und engagiert, gut informiert und sehr freundlich. Erwischt man einen Gast mit dreckigem Teller auf dem Weg zum Buffet, wird er einem schleunigst aus der Hand genommen. Vorhandensein von Fritz-Limonaden und anderen hippen Getränken: aber ja! Die Atmosphäre erinnert ein wenig an Frankfurt-Bornheim, viele Mütter mit winzigen Babies und Kleinkindern verabreden sich dort zum Kaffetrinken, auch die zeitungslesenden Künstlertypen sitzen an ein paar Tischen. Zwischendrin hocken Bürogemeinschaften und freuen sich über eine entspannte kulinarisch anspruchsvolle Mittagspause als Abwechslung im hektischen Arbeitsalltag. Meine Mutter entdeckte sogar eine Prominente (deren Identität ich hier nicht preisgeben werde) am Nebentisch. Sie hat sie zwar nicht angesprochen, aber sich gefreut diese sympathische Person mal in Fleisch und Blut zu erleben.

Den Weg ins ECCO finden indes so ziemlich alle Kölner oder Kölnbesucher, die sich glutenfrei ernähren müssen. Es ist schön, wenn sich Restaurants von der Masse abheben, und zeitgleich eine hervorragende Qualität gewährleisten.  Besonders schön und sympathisch finde ich, dass dem ECCO der Erfolg nicht zu Kopfe gestiegen ist.Personal und Küche arbeiten weiterhin hart am Konzept – das nie stagniert und einem ständigen Wandel unterworfen ist. Ich freue mich schon auf neue glutenfreie und vegetarische Überraschungen!

Restaurant ECCO
Karthäuserwall 7 – 11
50678 Köln

Tel: 0221-8004111

Öffnungszeiten :
Montag bis Freitag: neun Uhr bis Mitternacht
Samstag von zehn bis Mitternacht
Sonntag von zehn bis Tatort

Küchenzeiten: neun bis 22:00 Uhr
Frühstück: neun bis 13 Uhr
Brunch/Lunchzeiten: Montag bis Sonntag zehn bis 15:00 Uhr

http://ecco-restaurant.de/

Mari

About Mari

Salut! Ich bin Mari und wohne nebst Mann und Vogel in Köln. Ich blogge bei Foodgasm über meine Erfahrungen im vegetarischen, glutenfreien Alltag. Ihr findet mich auch auf meinem eigenen, englischsprachigen Blog Gourmari - Vegetarian & Gluten-free. Dort veröffentliche ich viele praktische Tipps zum Leben mit Zöliakie und (z.T. auch vegane) Rezepte, die ich in meiner (leider) winzigen Küche kreiere.

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